Die ersten Kupfererze

Die wunderschönen Minerale: Azurit und Malachit (Abb. 1) waren die ersten genutzten Kupfererze.

           Abb. 1 Kupfererze a) Azurit auf Fluorit, b) Malachit

Beide Minerale sind fast immer vergesellschaftet und als Rohstoffe für die Kupfer-Gewinnung sehr geeignet.

Beide gehören zu den sekundären Mineralen, die durch das chemische Verwitterung aus anderen Kupfer-Erzen entstanden sind.

Beide sind Karbonate und haben eine ähnliche Zusammensetzung. Die Pseudomorphose - also das Auftreten eines Minerals in Gestalt eines anderen Minerals - ist von Malachit nach Azurit gut bekannt.

Sie kommen nahe der Erdoberfläche vor und sind auffällig gefärbt. Kupfer-Karbonate sind sehr rein, man kann sie leicht von anderen Mineralien trennen. So lassen sie sich in einem Tiegel oder Ofen leicht mit Holzkohle verhütten und das dabei entstehende Kohlenstoffdioxid entwicht gasförmig. Aus diesen Gründen entsteht bei dieser Verhüttung ein sehr reines Kupfer und es fällt nahezu keine schlacke an.

Die wesentlich häufigeren Kupfersulfide lassen sich hingegen nicht mit Holzkohle reduzieren. Heute werden jedoch vor allem die sulfidischen Erze für die industrielle Gewinnung von Kupfer (…..) verwendet, da geeignete Methoden entwickelt wurden. 

Beide, Azurit uns Malachit, haben ähnlichen und ziemlich hohen Kupfergehalt um 55%, haben jedoch keine große wirtschaftliche Bedeutung. Heute werden sie vor allem für Schmuck und dekorative Gegenstände genutzt.
Allgemein gesehen kommen Kupfererze häufig vor. Heute sind etwa 650 Kupferminerale bekannt. Die Minerale mit der hohen Kupfergehalten sind Cuprit Cu2O (bis 89 %) und Chalkosin Cu2S (bis 80 %).

Azurit, auch unter Bezeichnung Bergblau, Kupferblau oder Kupferlasur bekannt, ist ein häufig vorkommendes Mineral. Gut gewachsene Kristalle sind tief azurblau, derbe und erdige Gemenge etwas heller. Durch seine Farbe kann man Azurit leicht erkennen.
Azurit ist seit mehr als 3.000 Jahren bekannt. In der Renaissance wurde er als wertvolles blaues Pigment in der Malerei und für Handschriften bzw. Miniaturen benutzt. Zwar wurde er als Farbe benutzt, hatte jedoch nicht den hohen Stellenwert des Lapis Lazuli, weil ein Pigment aus Azurit im Laufe der Zeit altert und sich in grünen Malachit umwandelt.

Da Azurit und Lapis Lazuli als Rohmaterial ähnlich aussehen, kam es im Mittelalter nicht selten, vielleicht sogar absichtlich, zu Verwechslungen. Um eine sichere Bestimmung des wertvollen Lapis Lazuli und des minderwertigeren Azurits vorzunehmen, wurden die Rohsteine auf Rotglut erhitzt, wobei der Azurit sich schwarz verfärbte und Lapis Lazuli keine Veränderung zeigte.

Die Namen Azurit und Lapis Lazuli haben den gleichen ethymologischen Ursprung. Viele Jahre waren die verschiedenen Bezeichnungen für Azurit verwirrend. Erst 1824 hat der französische Mineraloge Francois Beudant dem Mineral den noch heute gültigen Namen Azurit gegeben.

Das Mineral hat eine Härte von 3,5 - 4 und eine Dichte von 3,77. Das Kristallsystem ist monoklin, die Kristalle sind komplex aufgebaut. 

Malachit ist das bekannteste Kupfermineral, das stets hell bis dunkelgrün gefärbt ist. Er bildet oft nur dünne Überzüge auf allen möglichen Gesteinen. Schon um 4000 v. Chr. Entdeckte man, dass Malachit in einem heißen Feuer zu gediegenem Kupfer reduziert wurde. Dies war wahrscheinlich die erste Gewinnung eines Metalls aus einem Erz.

Für den Kupferbergbau ist Malachit vor allem als Indikatormineral wichtig. Durch seine auffällige Farbe ist es immer ein Hinweis auf kupferhaltiges Gestein im Untergrund. 

Malachit kommt in verschiedenen Formen vor, die alle geschnitten und im polierten Zustand sehr schöne, oft bänderartige Muster aufweisen.

Malachit aus dem Ural wurde reichlich in den Palästen der russischen Zaren verbaut.
Die russischen Vorkommen sind praktisch erschöpft. Zur Herstellung von schmuckgeeignetem Malachit - besonders in den begehrten gebänderten Varietäten - verarbeitet man heute Malachit aus den Kupferlagerstätten des Kongo.<<

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