Metallisierung von Kunststoffen

In der Abb.1a ist Kühlergrill eines Audi A1 Audi gezeigt. Seine Zierleiste sieht so aus, als ob sie aus einem glänzenden Metall gefertigt wäre. Ist sie aber nicht. Ein abgebrochenes Stück der Leiste (Abb. 1b) verrät uns, dass sie aus einem Kunststoff (höchstwahrscheinlich aus ABS) besteht, der metallisiert wurde.

                                                                        Abb. 1 Zierleiste aus einem metallisierten Kunststoff
Dem Begriff entsprechend ist Metallisierung ein Beschichten von Werkstoffen und Bauteilen mit einer Metallschicht. Das Verfahren gehört zur Oberflächentechnik und wird oft bei Kunststoffen angewendet. Allgemein bedeutet Beschichten das Aufbringen einer fest haftenden Schicht aus formlosem Stoff auf ein Werkstück. Beschichten dient für verschiedene Zwecke. Sehr oft geht es um die Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit oder der Verschleißbeständigkeit. Metallisierung von Kunstoffen wird vor allem für dekorative Zwecke eingesetzt.
Die Vorteile von Kunststoffen als Grundmaterial sind vielfältig. Geringes Gewicht, Unempfindlichkeit gegenüber Korrosion, preiswertes Erstellen der Rohlinge durch Spritzgießen und Wegfall der mechanischen Oberflächenbehandlung sind die Hauptgründe, die Kunststoffe als Grundwerkstoff interessant machen. Während zum Beispiel früher in der Automobilindustrie für galvanisierte Außenteile (Türgriffe, Schriftzüge, Zierleisten, Kühlergrills, Radkappen, etc.) ausschließlich Metalle (z. B. Stahl, Messing, Zinkdruckguss) als Grundmaterial eingesetzt wurde, sind sie heute nahezu vollständig von galvanisierten Kunststoffen verdrängt worden. Dabei werde hauptsächlich Schichten aus Chrom aufgebracht. Kunststoffteile können auch vernickelt, verkupfert, versilbert oder wenn es sinnvoll ist vergoldet werden. Metallisieren lässt sich prinzipiell bei jedem Kunststoff durchführen. Am häufigsten wird es bei Kunststoffen auf Styrol-Basis wie bei ABS (Acryl-Butadien-Styrol) gemacht.
Der Einsatz der Metallisierung ist vielfältig und zieht sich durch alle Industriezweige, nicht nur zu dekorativen, sondern auch zu technischen Zwecken wie zum Beispiel Abschirmung bei Gehäusen von elektronischen Geräten oder zur billigen Herstellung von Antennen und Hohlleiterbaugruppen sowie im Sanitärbereich für Mischbatterien, Dusch-Köpfe und Wasserhahngriffe. Zu ausschließlich dekorativen Zwecken werden metallisierte Kunststoffe beispielsweise für Zierknöpfe, Zierleisten, Broschen und Schnallen verwendet.
Für die Kunststoffmetallisierung stehen prinzipiell verschiedene Verfahren der Dünnschichttechnik zur Verfügung wie beispielsweise: physikalische (PVD) und chemische (CVD) Gasphasenabscheidung, Thermisches Spritzen, Galvanisieren (Kunststoffgalvanisieren). Je nach Verfahren sind verschiedene Kunststoffe beschichtbar und verschiedene Haftfestigkeiten erzielbar.<<