Fluorit - vielfarbig und vielseitig verwendbar

Fluorit ist ein wichtiges Industriemineral und hat eine einfache chemische Formel CaF2 (Calciumfluorit).
Er bildet nicht selten schön ausgestaltete Kristalle (Abb. 1a), meist sind sie kubisch, mitunter auch oktaedrisch. Diese Kristalle sind bei Mineraliensammlern begehrte Objekte. Fluoritkristalle bilden auch Durchdringungszwillinge. Parallel zu den Oktaederflächen ist das Mineral ausgezeichnet spaltbar.
In reiner Form ist Fluorit farblos und durchsichtig – er tritt in der Natur jedoch in den verschiedensten Farbtönungen auf. Fluorit ist das Mineral, das in den meisten Farben vorkommt, kaum eine Farbe, die nicht vertreten ist – oft im Kern anders gefärbt als außen. Es gibt auch mehrfarbig gebänderte Varietäten (Abb. 1b), die als Regenbogenfluorit bezeichnet werden. Die unterschiedlichen Färbungen sind durch wechselnde Gehalte von Spurenelementen und Kristallgitterfehler verursacht, d. h. Fluorit ist allochromatisch.
Fluorit zeigt zumeist Glasglanz, weist jedoch häufig auch matte Oberflächen auf (Abb. 1c). Er ist mit seiner Dichte von etwa 3,1 g/cm³ verhältnismäßig schwer, mit Mohs-Härte von 4 ist er relativ weich und so kann mit einem Messer leicht geritzt werden. Wegen der geringen Härte ist das Mineral für die Schmuckherstellung nicht besonders geeignet.

              Abb. 1 Fluorit a) kubische Kristalle, b) Regenbogenfluorit, c) matte Kristalle im Muttergestein                                 (Fotos von Bozena Arnold)

Im ultravioletten Licht lässt Fluorit eine deutliche rosaviolette Fluoreszenz erkennen. Übrigens wurde die Erscheinung nach ihm genannt. Wie alle calciumhaltigen Mineralien verleiht auch Fluorit der Gasflamme eine ziegelrote Färbung. In Schwefelsäure setzt Fluorit hochgiftigen Fluorwasserstoff frei.
Fluorit ist ein häufiges Gangart-Mineral in Erzgängen und bildet oft mächtige Fluorit-Gänge. Er ist weltweit an vielen Orten anzutreffen.
Der Name Fluorit kommt aus dem Lateinischen für „Fluss“, das er sich leicht schmelzen lässt. Deshalb wird er in der Metallurgie als Flussmittel eingesetzt. Der alte Name Flussspat wird nur noch in der Industrie verwendet. Beim Anschlagen von Fluorit kann Fluor aus dem Kristallgitter freigesetzt werden. Der dabei bemerkbare Geruch hat zu dem Namen „Stinkspat“ geführt.
Fluorit findet viele mitunter auch interessante Anwendungen.
Wie bereits erwähnt wird er als Flussmittel in der Metallindustrie verwendet, wobei er die Schmelztemperatur herabsetzt, was erhebliche Energie spart. Bei der Aluminiumverhütung wird aus Fluorit zunächst künstlicher Kryolith synthetisiert (vgl. Gewinnung von Aluminium).
Ferner dient Fluorit zur Herstellung von Flusssäure, die zum Ätzen von Gläsern eingesetzt wird.
Wegen seiner optischen Eigenschaften werden aus reinen, klaren Fluorit-Kristallen hochwertige Prismen und Linsen für Mikroskope, Spektrographen und Fernrohre geschliffen.
Fluorit findet Verwendung bei der Herstellung von glasierten Fliesen und schönem opalisiertem Glas (z. B. von Tiffany-Glas). Sowie auch in einem ganze andren Bereich, nämlich als Katalysator bei der Herstellung von Kraftstoffen mit hoher Oktanzahl.
Fluorit dient der Gewinnung des Elements Fluor, das u.a. zur Herstellung von Teflon (s. Fluorkunststoffe) benötigt wird. Wir verbinden mit Fluor meistens gute Maßnahmen für unsere Zähne, seitdem man erkannt hat, dass das Element in Zahnpasta oder im Trinkwasser Karies verhindern kann. Fluor ist ja ein wesentliches Spurenelement in Zähnen und Knochen. Elementares Fluor wird zur Herstellung von Raketentreibstoffen benötigt.
Die Bedeutung von Fluorit lässt sich daran erkennen, dass er in einer Liste „kritischer Rohstoffe“ aufgeführt wird, die die EU-Kommission 2010 veröffentlicht hat.<<