Rhodium - teuer und glänzend

Die Fassung der dargestellten Ohringe aus Zirkonia (Abb. 1) glänzt und schimmert, als ob sie aus Platin wäre. Sie ist aber aus Rhodium, einem ziemlich unbekannten schweren Edelmetall aus der Gruppe der Platinmetalle mit der Ordnungszahl 45. Rhodium ist den anderen Platinmetallen wie Platin oder Palladium sehr ähnlich. Dies betrifft beispielsweise die für Edelmetalle charakteristische chemische Beständigkeit und eine hohe katalytische Aktivität.

                                                                                                     Abb. 1 Ohringe aus Zirkonia mit rhodinierter Fassung

Der Name des Metalls hat eine schöne Herkunft, es wurde nach „rhodon“ (griechisch), was Rose bedeutet, genannt. Einige Rhodiumsalze sind rosarot. Die ähnlich klingenden Minerale „Rhodonit“ und „Rhodochrosit“ haben mit Rhodium gar nichts zu tun. Auch hier geht es bei den Namen nur um die Farbe.
Berühmt ist Rhodium jedoch nicht wegen seinen Eigenschaften sondern wegen seiner extremen Preisschwankungen. Dies hat sich in der letzten Zeit wieder deutlich gezeigt. Ein Kilogramm Rhodium kostet derzeit 340.000 Euro – rund 17-mal so viel wie Anfang 2016 (Quelle: Der Spiegel, 9/2020). Diese Preisschwankungen sind vor allem darauf zurückzuführen, dass das Angebot bei Rhodium davon abhängt, wie viel Platin gefördert wird. Rhodium ist ein Bestandteil von Platinerz, weshalb umso mehr es anfällt, je mehr Platin gefördert wird. Die Hauptföderländer sind Südafrika und Russland. Da das Metall in der Natur sehr selten vorkommt und gleichzeitig eine breite Anwendung findet, zählt es zu den teuersten Metallen überhaupt.
Rhodium ist noch für etwas anderes berühmt: Es glänzt - wie oben bereits angesprochen. Billiger Modeschmuck, der wie Silber oder Platin aussehen soll, ist oft mit Rhodium beschichtet, denn eine ganz dünne Rhodiumschicht glänzt mehr als Platin und ist dazu sehr korrosionsbeständig. Experten erkennen eine Rhodiumbeschichtung eben daran, dass sie zu sehr glänzt. Nicht nur Schmuck auch Uhren und Brillengestelle werden mit Rhodium beschichtet. Der Glanz ist jedoch eine interessante Eigenschaft und wird für Spiegelbeschichtungen ausgenutzt, beispielsweise in Scheinwerfern. Das einzige Metall, das Licht noch besser reflektiert als Rhodium ist Silber. Silber läuft jedoch an der Luft an und Rhodium nicht.
Aber das wichtigste Nutzen von Rhodium ist überhaupt nicht glanzvoll. Es kommt in Drei-Wege-Autokatalysatoren zum Einsatz, wie auch ein großer Teil der Edelmetalle. Das Herzstück eines Katalysators ist ein Keramikgeflecht, das mit einer Edelmetalllegierung – beispielsweise Palladium-Rhodium-Legierung – beschichtet ist. Insbesondere die Katalysatoren von Hybrid-Autos haben oft einen außergewöhnlich hohen Edelmetallanteil.
Rhodium-Komplexe werden bei einigen chemischen Verfahren in der Industrie (z. B. bei der Herstellung von Salpetersäure) mit großem Erfolg eingesetzt.<<