Nordisches Gold

Das Material mit dem klangvollen Namen haben wir oft in der Hand, weil Nordisches Gold für die Herstellung von Münzen verwendet wird. Die Cent-Münzen mit den Nominalen 10-, 20- und 50-Cent bestehen nämlich aus dem Material (Abb. 1).

                                                                                         Abb. 1 Cent-Münzen aus Nordischem Gold (Foto: Thommy Weiss/pixelio.de - Ausschnitt)

Auch vor der Einführung des Euro war das Nordische Gold als Münzlegierung in Gebrauch. Beispielsweise wurde das Material in Schweden zur Herstellung der Kronenmünze verwendet. Aufgrund dieser Verwendung bekam das Material die Bezeichnung "Nordisches" Gold. Die Bezeichnung leitet sich allerdings nicht vom Goldgehalt ab. Durch die kostengünstige Produktion konnte es optimal zur Produktion von Währungen eingesetzt werden.
Bereits zur Zeit der ersten Produktion wurden an das Material bestimmte Anforderungen gestellt, die auch heute gelten. Es muss eine goldene Farbe aufweisen. Außerdem darf es keine große Neigung zur Verfärbung oder zum Anlaufen haben. Hinsichtlich der Münzprägung muss das Material gut formbar sein. Damit die Münzen über lange Zeit genutzt werden konnten, muss das Material robust und verschleißfest sein. Wichtig ist außerdem ein niedriges Allergiepotential. Deshalb wurde auf das als Münzmetall eigentlich sehr geeignete Nickel bei der neuen Europawährung weitgehend verzichtet.
Entgegen seinem Namen enthält das Material kein Gold. Nordisches Gold zählt zu den Messing-Legierungen (dazu unser Link Messing) und besteht aus 89 % Kupfer, 5 % Aluminium, 5 % Zink und 1 % Zinn (aluminiumhaltiges Messing CuAl5Zn5Sn). Diese Metallmischung verleiht der Legierung eine goldgelbe Farbe, was ihr auch zu dem nobel klingenden Namen verholfen hat. Die Toleranzen der Legierungszusammensetzung sind sehr eng, was besonders für den Schutz vor Fälschungen von Bedeutung ist. Da Nordisches Gold kein Nickel enthält, ist die Gefahr von Kontaktallergien sehr gering. Das Material hat eine Dichte von ca. 7 g/cm³ und ist nicht magnetisierbar. Bei der Analyse der Zusammensetzung werden bevorzugt die Röntgenfluoreszenz- und die optische Emissionsspektrometrie nach Funkenanregung (dazu unser Link Spektralanalyse von Metallen) eingesetzt.
Übrigens: Die 1-,2- und 5-Centmünzen werden aus Stahl mit Kupferauflage hergestellt. Die 1-Euro-Münze besteht außen aus nickelhaltigem Messing CuZn20Ni5 und innen aus Kupfer-Nickel-Legierung CuNi25. Und die 2-Euro-Münze wird hergestellt aus der Legierung CuNi25 (außen), dem Messing CuZn20Ni5 (innen), dazu kommt noch ein Nickelkern.
Zusammenfassend kann man sagen, dass zur Herstellung des Münzgeldes in der Europäischen Union drei wertvolle Kupferlegierungen verwendet werden, die dem hohen Wert der Währung an sich entsprechen.<<