Viele Materialien in einer Puppenküche

 

Aufgenommen im Puppenmuseum in Nordrach/Baden-Württemberg

Stahlspäne - ein wichtiger Rohstoff

Späne? Es ist doch ein wertloser Abfall, denken Sie möglicherweise. Technologisch gesehen sind solche Metallspäne tatsächlich ein häufiges Abfallprodukt. Und trotzdem stellen sie einen Sekundärrohstoff von erheblichem Wert dar. Stahlspäne werden zum sogenannten Neuschrott gezählt und gehören heute zu wichtigen Ressourcen der metallerzeugenden Industrie. Um wiederverwertet zu werden, müssen Stahlspäne jedoch eine homogene Zusammensetzung sowie eine einheitliche Größe haben. Stahl gehört allgemein zu den weltweit am weitesten verbreiteten Werkstoffen. Er lässt sich komplett wiederverwerten. Heute wird mehr als die Hälfte des benötigten Stahls aus Recyclingmaterial gewonnen. Dazu kommt es noch, dass Stahl auch nach dem Recycling seine Qualitätseigenschaften behält. Er ist einer der ganz wenigen Werkstoffe, die sich unbegrenzt oft einschmelzen lassen und dabei ihre positiven Eigenschaften behalten. Man spricht beim Stahl daher auch von einem „permanent material“. Die Qualität des wiederverwerteten Stahls kann durch Legieren und weitere Behandlungen an beliebige neue Anforderungen angepasst werden.
Die Schrott- und Recyclingwirtschaft erfasst über ein etabliertes Rücklaufsystem jährlich mehrere Millionen Tonnen Stahlschrott. Dabei ist Schrott nicht gleich Schrott. Stahlschrott wird in drei grobe Kategorien eingeteilt. Man unterscheidet den so genannten Eigenschrott, den Neuschrott sowie den Altschrott. Die Kategorie Eigenschrott beinhaltet reinen Stahlschrott, der keine weiteren Fremdstoffe enthält. Eigenschrott entsteht vor allem direkt in den Stahlhütten und wird auch dort umgehend wieder eingeschmolzen.
Bei Neuschrott handelt sich um Reste, welche bei Verarbeitungsprozessen von Stahl und bei der industriellen Fertigung z. B. als Späne oder Stanzreste anfallen. Nachdem er fachgerecht aufbereitet worden ist, wird auch der Neuschrott zur Wiederverwertung eingeschmolzen und wieder in den Stahl-Kreislauf zurückgeführt.
Den größten Anteil macht Altschrott aus. Es ist Stahlschrott, welcher sich bereits im Umlauf befindet und zum Beispiel auf Schrottplätzen gesammelt wird. Sehr viel Altschrott fällt etwa in Form von Konsumgütern oder auch in der Industrie an.
Stahlspäne, die wie bereits erwähnt zum Neuschrott gehören, stammen aus der zerspanenden Industrie, wie Zerspanungsbetrieben und Maschinenbauunternehmen. Auch wenn die Metalle in diesem Fall in reiner Form vorliegen, lassen sie sich nicht ohne weiteres wiederverwerten. Beispielsweise haften den Stahlspänen oftmals Kühlschmiermittel oder -stoffe an, die die Wiederverwertung erschweren. Insbesondere der Transport der mit Restöl oder Emulsion behafteten Späne ist mit Risiken verbunden. Längere Stahlspäne, die bei der Zerspanung anfallen, neigen dazu sich zu verknäulen. Diese Spannester lassen sich nicht nur schwieriger handhaben, sie nehmen auch mehr Platz bei der Lagerung ein und kosten teure Transportkapazitäten. Deswegen müssen Stahlspäne zu Spänen einheitlicher Größe zerkleinert werden, die deutlich einfacher gelagert und transportiert werden können. Die derart aufbereiteten Stahlspäne lassen sich zudem besser einschmelzen und weiterverarbeiten.
Die Bedeutung von Metallspänen für die Stahlindustrie ist unbestritten. <<

Zweimal Gips

In einer Alabasterschale liegt eine Wüstenrose. Beide sehen unterschiedlich aus und doch stellen sie zwei der Erscheinungsformen eines einzigen Minerals dar, des bekannten Gipses.

       
Alabaster ist eine kompakte, feinkörnige, meist durchscheinende Gipsart. Insbesondere im Kunsthandwerk wird Alabaster sehr geschätzt. Als Wüstenrose bezeichnet man rosettenförmige Aggregate gerundeter Gipskristallen. Sie bilden sich in Wüsten und schließen während des Wachstums Sandkörner ein. Wüstenrosen werden von Sammlern gesucht. Chemisch gesehen ist Gips wasserhaltiges Calciumsulfat und weit verbreitet. Als Referenzmineral definiert er die niedrige Härte 2 in der Härteskala nach Mohs. Schon seit vielen Jahrhunderten lässt sich Gips aus der Bauindustrie nicht mehr wegzudenken. Er findet auch andere Anwendungen beispielsweise als berühmtes Gipsbein bei Knochenbrüchen.

Speckstein leicht zu bearbeiten

Das abgebildete Untersetzer-Set stammt aus Brasilien und ist aus Speckstein angefertigt. Auch die berühmte Christusstaute in Rio de Janeiro ist aus diesem Gestein. 

                   Speckstein ist ganz dichter Talk und hat seinen Namen deshalb erhalten, weil er sich fettig oder speckig anfühlt. Er kommt natürlich vor. In vielen Lagerstätten treten begleitende Minerale wie z. B. Magnesit hinzu und haben so eine farbgebende und strukturprägende Wirkung. In diesem Fall spricht man von einem Gestein. Speckstein hat eine geringe Härte (Mohshärte = 1) und lässt sich mit dem Fingernagel ritzen. Wegen seiner leichten Bearbeitbarkeit war bereits im Alten Orient beliebter Naturstein, der überwiegend zu Skulpturen und verschiedenen Gegenständen verarbeitet wurde. Es ist auch heute so geblieben.