Viele Materialien in einer Puppenküche

 

Aufgenommen im Puppenmuseum in Nordrach/Baden-Württemberg

Titanzink - vorteilhaft für Dächer

Das Dach der Hochschule für Bildende Künste in Dresden ist ein schönes Anwendungsbeispiel für Titanzink. Seinem Namen zuwider ist das Titanzink keine Legierung von Titan sondern eine Zinklegierung mit nur sehr geringen Mengen von Titan. Es ist eine speziell für das Bauwesen entwickelte Legierung. Sie besitzt die günstigen Korrosionseigenschaften des Zinks, lässt sich gut weichlöten und hat eine wesentlich höhere Dauerstandfestigkeit als unlegiertes Zink. Zudem ist Titanzink komplett recycelbar.

Titanzink wird als Blech in unterschiedlichen Dicken (am häufigsten 0,7 mm) hergestellt und verarbeitet. Der Titangehalt von Titanzink beträgt etwa 0,1 bis 0,2 %; dazu kommt noch etwa 1 % Kupfer. Der Schmelzpunkt mit ca. 418 °C ist etwas niedriger, als der von reinem Zink. Durch das enthaltene Titan kann das Blech auch parallel zur Walzrichtung mit minimalen Radien gebogen werden. Bleche aus reinem Zink würden dabei brechen. Gegenüber reinem Zink sind außerdem die Zugfestigkeit und Dauerstandfestigkeit erhöht. Der lineare Wärmeausdehnungskoeffizient von Titanzink ist dagegen verringert, wobei die Wärmedehnung in Walzlängsrichtung etwa 25% höher ist als quer zur Walzrichtung.
Titanzink wird für Metalldächer und Außenwandbekleidungen sowie für Entwässerungen (Dachrinne, Fallrohre, Zubehör) verwendet. Das Material ist mechanisch deutlich belastbarer als reines Zink, was zur höheren Lebensdauer bei Dacheindeckungen sowie stark beanspruchten Dachrinnen führt. Die rein technische Lebensdauer beträgt ca. 75 Jahre, kann sich jedoch durch die Bildung der Patina, einer natürlichen Schicht, verlängern.
Bei der Verarbeitung und Verlegung von Titanzinkblech sind einige Besonderheiten zu beachten insbesondere wegen seiner Kerbempfindlichkeit und der Gefahr von Korrosion im Kontakt mit Kupfer oder Stahlbauteilen.
Und noch etwas muss man beim Titanzink sozusagen in Kauf nehmen. Auf dem Titanzink bilden sich nach dem Kontakt mit Wasser starke Flecken. Diese Erscheinung ist jedoch normal und gehört zum chemischen Prozess der Oxidschichtbildung (Patina). Die Verfärbungen ändern sich fortwährend nach weiteren Witterungseinflüssen bis eine annähernd gleichmäßig Oberfläche entsteht. Die gebildete Patina zeigt dann den typischen matten graublauen Farbton des Titanzinks. Der Zeitraum in dem die Patinabildung abgeschlossen ist, kann leider nicht verbindlich vorhergesagt werden, da es von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Es sollte nicht versucht werden die Patinabildung mittels irgendwelcher Methoden zu beschleunigen oder aufzuhalten, das Ergebnis wird meist schlimmer. Man soll dem Material die Zeit für die Schutzschichtbildung geben, die danach es sehr lange haltbar macht. Wenn aus optischen Gründen, von Anfang an, eine gleichmäßige Oberfläche gewünscht wird, dann kann bereits vorbewittertes Material verwendet werden.
Übrigens: Die Hochschule für Bildende Künste in Dresden ist eine der ältesten Ausbildungsstätten für Bildende Kunst in Europa. Sie wurde 1764 gegründet und befindet sich an exponierter Stelle der Stadt, an der Brühlschen Terrasse, gleich neben der berühmten Frauenkirche.<<

Zweimal Gips

In einer Alabasterschale liegt eine Wüstenrose. Beide sehen unterschiedlich aus und doch stellen sie zwei der Erscheinungsformen eines einzigen Minerals dar, des bekannten Gipses.

       
Alabaster ist eine kompakte, feinkörnige, meist durchscheinende Gipsart. Insbesondere im Kunsthandwerk wird Alabaster sehr geschätzt. Als Wüstenrose bezeichnet man rosettenförmige Aggregate gerundeter Gipskristallen. Sie bilden sich in Wüsten und schließen während des Wachstums Sandkörner ein. Wüstenrosen werden von Sammlern gesucht. Chemisch gesehen ist Gips wasserhaltiges Calciumsulfat und weit verbreitet. Als Referenzmineral definiert er die niedrige Härte 2 in der Härteskala nach Mohs. Schon seit vielen Jahrhunderten lässt sich Gips aus der Bauindustrie nicht mehr wegzudenken. Er findet auch andere Anwendungen beispielsweise als berühmtes Gipsbein bei Knochenbrüchen.

Speckstein leicht zu bearbeiten

Das abgebildete Untersetzer-Set stammt aus Brasilien und ist aus Speckstein angefertigt. Auch die berühmte Christusstaute in Rio de Janeiro ist aus diesem Gestein. 

                   Speckstein ist ganz dichter Talk und hat seinen Namen deshalb erhalten, weil er sich fettig oder speckig anfühlt. Er kommt natürlich vor. In vielen Lagerstätten treten begleitende Minerale wie z. B. Magnesit hinzu und haben so eine farbgebende und strukturprägende Wirkung. In diesem Fall spricht man von einem Gestein. Speckstein hat eine geringe Härte (Mohshärte = 1) und lässt sich mit dem Fingernagel ritzen. Wegen seiner leichten Bearbeitbarkeit war bereits im Alten Orient beliebter Naturstein, der überwiegend zu Skulpturen und verschiedenen Gegenständen verarbeitet wurde. Es ist auch heute so geblieben.