Baustähle-Einführung

Baustähle sind, ihren Namen entsprechend für den Stahl- und Maschinenbau vorgesehen und geeignet. Es ist eine sehr große Werkstoffgruppe.

Die wichtigste Anforderung an diese Werkstoffe lautet: Eignung zum Schweißen. Diese besondere Bedeutung des Schweißen ergibt sich aus der Tatsache, dass es die wichtigste Fügetechnik im Stahlbau ist.

Die Schweißbarkeit eines Stahls ist zunächst vom Kohlenstoffgehalt abhängig: Je weniger Kohlenstoff, desto besser. Jedoch hängt die Eignung der Stähle zum Schweißen auch noch von anderen Faktoren ab, vor allem von den Gehalten anderer Elemente. Der Anteil der Legierungselemente wird auf einen gleichartig wirkenden (äquivalenten) Kohlenstoffanteil (der CEV-Wert) nach folgender Formel umgerechnet:

CEV = C + Mn/6 + (Cr + Mo + V)/5 + (Ni + Cu)/15 (in %)

Nach ihrem CEV-Wert werden die Stähle in drei Gruppen eingeteilt:

  • Stähle mit CEV < 0,4 % sind gut schweißbar,
  • Stähle mit CEV < 0,6 % sind bedingt schweißbar, das Schweißen ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich (z. B. beim Vorwärmen der Teile),
  • Stähle mit CEV > 0,6 % sind schwer schweißbar, das Schweißen ist nur unter speziellen Bedingungen möglich (z. B. bei Anwendung spezieller Elektroden).

Der CEV-Wert ist eine Vergleichsgröße, welche die Auskunft über die Schweißeignung von Stählen gibt.

Bedingt durch die Anforderung an die Schweißeignung darf der Kohlenstoffgehalt von Baustählen 0,2 % nicht übersteigen. Somit sind diese Stähle kohlenstoffarm. Die Baustähle werden nach dem das EU-System durch die Streckgrenze (d.h. nach Eigenschaften und Verwendung) gekennzeichnet. Sie werden im Anlieferungszustand verwendet. Dies bedeutet, dass keine Gefügeänderung beim Anwender erfolgt und sie besitzen von Anfang an die durch den Hersteller gegebenen Eigenschaften. Dadurch spielt die richtige Auswahl eines Baustahls in der Praxis eine wichtige Rolle.

Die Baustähle sind in drei Gruppen eingeteilt:

  • Allgemeine Baustähle
  • Wetterfeste Stähle
  • Feinkornbaustähle

Die europäische Normenreihe DIN EN 10025-1 bis -6 (2004) „Warmgewalzte Erzeugnisse aus Baustählen“ vereint alle konstruktionsrelevanten Stahlsorten. Bis auf Teil 6 dieser Norm, der nur für Flacherzeugnisse gilt, ist die Norm sowohl für Flacherzeugnisse, als auch für Langerzeugnisse gültig.

DIN EN 10025-1 Allgemeine technische Lieferbedingungen
DIN EN 10025-2 Technische Lieferbedingungen für unlegierte Baustähle
DIN EN 10025-3 Technische Lieferbedingungen für normalgeglühte/normalisierend gewalzte schweißgeeignete Feinkornbaustähle
DIN EN 10025-4 Technische Lieferbedingungen für thermomechanisch gewalzte schweißgeeignete Feinkornbaustähle
DIN EN 10025-5 Technische Lieferbedingungen für wetterfeste Baustähle
DIN EN 10025-6 Technische Lieferbedingungen für Flacherzeugnisse aus Stählen mit höheren Streckgrenzen im vergüteten Zustand

Tags: Stahl Baustahl