Gold - schön und vielseitig

Das sehr begehrte Gold ist neben Kupfer das zweite Metall, das eine Farbe hat. Und die von Gold gilt noch dazu als wunderschön und elegant. Das hatten schon unsere Vorfahren so gesehen, die dem Metall seinen lateinischen Namen „Aurum“ gegeben hatten. Er bedeutet nämlich „Morgenröte“.
Gold ist ein sehr schweres Metall (die Dichte beträgt 19,3 g/cm³) mit hoher Leitfähigkeit für Elektrizität und Wärme. Sehr beeindruckend ist seine plastische Verformbarkeit. Es ist das dehnbarste aller Metalle. Es lässt
sich beispielsweise zu grün durchscheinenden, in der Aufsicht jedoch immer noch golden aussehenden Blättchen von 0,1 µm Dicke (das ist weniger als die Wellenlänge des sichtbaren Lichtes) auswalzen. Oder aus nur 10 Gramm Gold kann ein Faden mit 33 km Länge gedehnt werden.
Gold bildet mit vielen Metallen Legierungen, wodurch (neben der Härtung) eine gezielte Veränderung des Farbtons erreicht wird. Und somit unterscheiden wir Rotgold mit 25% Kupfer und ohne Silber sowie Gelbgold mit 25% Silber und ohne Kupfer. Aber wissen Sie, dass es auch Grüngold (bei dem Chrom zulegiert wird), Blaugold (eine Legierung mit Aluminium) und Weißgold (mit Zusatz von Nickel bzw. Palladium) gibt? Es steht eine ganze Farbenpalette zur Verfügung.
Der mittlere Goldgehalt in der Erdkruste ist leider sehr gering und liegt bei 0,004g/t. Diese Rarität und auch das beliebte goldene Aussehen, haben dazu geführt, dass das Metall vor allem als Schmuck (Abb. 1a) verwendet wird. Damit ist die Schmuckindustrie mit Abstand der größte Verarbeitungssektor von Gold. Ungefähr 2000 Tonnen jährlich werden also in Uhren, Ketten, Ringen, Armreifen oder sonstigen Schmuckstücken verarbeitet.

       
         Abb. 1 Anwednungsbeispiele für Gold a ) Schmuck, b) Schrauben und Mütter

Nur ca. 10% des geförderten Goldes fließen in die Produktion von Elektronikware und technischen Geräten.
Eine hohe Korrosionsbeständigkeit, eine gute Leitfähigkeit und eine einfache Verarbeitung machen Gold zu einem sehr wertvollen Material, vor allem wenn es darum geht, eine dauerhafte und gegenüber Umwelteinflüssen hochresistente Funktionsfähigkeit von einzelnen Komponenten zu gewährleisten. Eine alltägliche Verarbeitung findet Gold vor allem in der IT- und Unterhaltungselektronik oder allgemein im Rahmen der Herstellung von qualitativ hochwertigen Steckverbindungen (Abb. 1b), Relais, Leiterplatten oder Bonddrähten auf Platinen und Micro-Chips. Eine besonders wichtige Rolle spielt Gold auch im Satellitenbau.
Lediglich 3 % der jährlich geförderten Goldmenge wird zu Goldbarren und Goldmünzen verarbeitet. In dieser Form dient es dann als Zahlungsmittel oder als Wertanlage. Bereits ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. kam Gold in Form von Münzen als Zahlungsmittel zum Einsatz. Als direktes Bezahlmittel wird Gold in der heutigen Zeit jedoch kaum mehr eingesetzt. Dafür kommt Barrengold heutzutage eine äußerst hohe Bedeutung in Bezug auf die internationale Finanzpolitik zu. Jede Staatsbank der Welt hortet in ihren Tresoren eine gewisse Menge an Goldbarren als Goldreserve, die im Falle einer Währungskrise in Devisen umgewandelt werden, damit die Staatsliquidität weiter gewährleistet ist.
Aufgrund seiner hohen Korrosionsbeständigkeit und seiner hohen stofflichen Resistenz gegenüber Wasser und Säure ist Gold auch ideal für den Einsatz in der Medizin. Hier kommt Gold vor allem in der Zahnmedizin zum Einsatz, speziell als Füllung und Ersatzmaterial für Zähne. Auch in der Rheumatherapie wird Gold in Form von Goldsalzen eingesetzt, um im Rahmen einer Basistherapie rheumatoide Arthritis zu behandeln.
Ein zukünftiges Einsatzgebiet für Gold wird die Nanotechnologie sein. Goldfolien werden zu hauchdünnen Mustern aus Fadenmolekülen ausgelegt, zu Miniaturteppichen von tausendstel Millimeter Stärke. Diese Goldfolien dienen als Unterlage für noch dünnere Schichten anderer Moleküle. Bestimmte schwefelhaltige Verbindungen lösen auch Verunreinigungen auf der Goldfolie, was bei höchsten Reinheitsanforderungen sehr wichtig ist. Das alles rückt einem Traum der Medizin näher: Nanoroboter, die in der Lage sind, Medikamente direkt in menschliche Krebszellen zu injizieren. Gold könnte tatsächlich der Faden sein, der die Nano- mit der Biotechnologie verbindet.
Was man im ersten Moment nicht vermuten würde ist, dass Gold auch als Nahrungsmittelzusatz verwendet wird, wenn auch nur in geringen Mengen und vor allem als Ziermittel für Speisen und Getränke. Als hauchdünnes Blattgold oder als Blattgoldflocken wird es dann gerne zum Vergolden von Speisegerichten, edlen Backwaren und Pralinen oder als Zusatz in Getränken verwendet. Gold in metallischer Form ist nicht giftig, lagert sich im Körper nicht ab und wird in der Regel über die Verdauung vollständig wieder ausgeschieden.
Um Metalle zu fördern, betreiben wir gigantischen Aufwand. Wir graben Tausende Meter tiefe Stollen in die Erde, sprengen Berge oder schürfen mühselig im Sand. Dabei ließen sich die kostbaren Edelmetalle auch mit deutlich weniger Aufwand erschließen. Im Abfall von Haushalten und Industrie lagern massenweise Gold- und Silberschätze in ausrangierten Elektrogeräten. Und davon gibt es reichlich. Viele Millionen Tonnen elektronischer Geräte landen weltweit jährlich auf dem Müll, heißt es in einem Report des Uno-Umweltprogramms.
Um ein Gramm Gold zu gewinnen, bewegen manche Firmen eine Tonne Erz. Weitaus einfacher wäre es, durch Recycling an das Edelmetall heranzukommen. Denn die gleiche Menge Gold steckt in nur 41 Mobiltelefonen. Dies ist jedoch eine ganz andere Geschichte. <<