Kann Korrosion gewünscht sein?

Erwünschte Korrosion? Dies klingt kaum glaubhaft. Und doch. Kontaktkorrosion wird gezielt als eine bekannte und wirkungsvolle Korrosionsschutzmethode ausgenutzt.
Die Kontaktkorrosion (auch Bimetallkorrosion genannt) tritt bei Metallpaarungen auf. Das Metall mit dem niedrigeren elektrochemischen Potential gegenüber dem Elektrolyten (Abb. 1a) wird zur Anode und korrodiert. Wir sprechen in diesem Fall von Korrosionsschutz durch Opferanoden. Abb. 1b zeigt eine neue sowie eine gebrauchte Opferanode aus Zink, die zum Schutz einer Stahlkonstruktion auf Helgoland in der Nordsee ca. 2 Jahre benutzt wurde.

      
         Abb. 1 Kontaktkorrosion und Opferanoden a) Schema der Kontaktkorrosion,                                                            b) Zinkanode - oben neu, unten nach ca. 2 Jahren in der Nordsee
Zink hat im Salzwasser ein niedrigeres elektrochemisches Potential als Stahl. Der im Meerwasser gelöste Sauerstoff reagiert mit dem Zink, das in Lösung geht und dabei mit seinen Elektronen ähnlich wie eine Gleichstromquelle den Stahl schützt. Zink wird dabei „geopfert“. Dieser Vorgang dauert so lange, bis die Opferanode verbraucht ist und ersetzt werden muss. Auch an Schiffsrümpfen aus Stahl werden Opferanoden aus Zink angebracht.
Genau das Gleiche passiert bei einem metallischen Überzug aus Zink. Das unedlere Zink oxidiert sprich korrodiert zunächst und das Eisen bleibt metallisch. Zusätzlich überzieht sich das Zink an der Luft mit einer dünnen, gut haftenden Schutzschicht aus Oxid und Karbonat, sodass nur die oberste Schicht oxidiert.
So, keine Frage: Opferanoden und Überzüge aus Zink sind ein gutes Beispiel für eine gewünschte Korrosion. <<