Patina-grünes Kriegsgerät und weiße Friedenstaube

 

Aufgenommen auf der Wartburg

Lithium - leicht und trendig

Das schöne Mineral auf dem Foto heißt Kunzit und gehört zur Spodumen-Gruppe. Es sind lithiumhaltige Minerale und Lithium ist heute sehr gefragt, da es bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien eine wichtige Verwendung findet. Und diese sind für E-Autos unentbehrlich. Lithium ist das leichteste aller Metalle und man braucht es auch in der Kerntechnik oder für leichte Aluminium-Legierungen. Spodumene sind eine Rohstoffquelle für das Metall. Es gibt jedoch noch eine ganz andere.

Aufgrund seines ungewöhnlich kleinen Ionenradius ist Lithium ein Element, das sich primär in magmatischen Gesteinen anreichert, also vor allem in hellen Graniten. Größere Vorkommen von Lithium führenden Mineralen gibt es u. a. in Westaustralien. Spodumene enthalten etwa 8% Lithium, in der Erdkruste kommt Lithium mit durchschnittlich 20 ppm vor.
Die für die Gewinnung von Lithium wichtigeren „Lagerstätten“ bilden Salzlaugen, aus denen das Metall wesentlich billiger gewonnen werden kann als aus den Gesteinen. Es wird dort im Verlauf von Eindampfungsprozessen angereichert. Die größten entsprechenden Vorkommen befinden sich in Bolivien und Chile. Unter der Kruste der Salzwüsten verbergen sich große Mengen zähflüssigen Salzwassers, das Ionen von Lithium enthält. Unternehmen pumpen die Flüssigkeit nach oben und sammeln sie in Becken. Beim Verdunsten bleibt dann das lithiumhaltige Salz zurück. Die Gewinnung strapaziert jedoch die knappen Wasservorräte in der Region, weshalb es immer wieder zu Konflikten kommt.
Wie bereits erwähnt findet Lithium seine wichtigste Verwendung bei Batterien. Physikalisch betrachtet ist Lithium ideal für eine Batterie, denn es hat unter allen Elementen die stärkste Neigung, sein äußerstes Elektron abzugeben, so dass potenziell hohe Spannungen möglich sind. Gleichzeitig ist es das leichteste Metall und gibt gemessen an seinem Gewicht viel Energie ab. Seine sehr niedrige Dichte von 0,5 g/cm³ macht das Metall für leichte Legierungen interessant, beispielsweise für Aluminiumlegierungen, deren Dichte um bis zu 10 % reduziert werden kann. Vor allem Mehrstoff-Legierungen zusätzlich mit Kupfer, Magnesium und anderen Metallen wurden entwickelt. Dabei sind wegen der hohen Reaktivität von Lithium neue spezielle Gießtechniken notwendig. Solche Legierungen sind teuer und werden hauptsächlich in der Raumfahrt sowie im Militärbereich verwendet.
Übrigens: Das Kunzit-Foto wurde im Deutschen Edelsteinmuseum in Idar-Oberstein aufgenommen. Der dargestellte Kristall ist sehr groß, etwa 60 cm hoch. Schöne durchscheinende Kunzit-Kristalle eigenen sich als Edelsteine, da sie auch eine ausreichend hohe Mohs-Härte von etwa sieben haben. Das Mineral wurde nach einem amerikanischen Mineralogen genannt und erstmal 1902 analysiert. Farbgebendes Element ist Mangan. Charakteristisch für Kunzit ist sein deutlicher Pleochroismus, also seine Mehrfarbigkeit von rosa zu gelb abhängig von der Betrachtungsrichtung. Dieses Farbenspiel ist auch auf dem Foto erkennbar.<<

Zweimal Gips

In einer Alabasterschale liegt eine Wüstenrose. Beide sehen unterschiedlich aus und doch stellen sie zwei der Erscheinungsformen eines einzigen Minerals dar, des bekannten Gipses.

       
Alabaster ist eine kompakte, feinkörnige, meist durchscheinende Gipsart. Insbesondere im Kunsthandwerk wird Alabaster sehr geschätzt. Als Wüstenrose bezeichnet man rosettenförmige Aggregate gerundeter Gipskristallen. Sie bilden sich in Wüsten und schließen während des Wachstums Sandkörner ein. Wüstenrosen werden von Sammlern gesucht. Chemisch gesehen ist Gips wasserhaltiges Calciumsulfat und weit verbreitet. Als Referenzmineral definiert er die niedrige Härte 2 in der Härteskala nach Mohs. Schon seit vielen Jahrhunderten lässt sich Gips aus der Bauindustrie nicht mehr wegzudenken. Er findet auch andere Anwendungen beispielsweise als berühmtes Gipsbein bei Knochenbrüchen.

Murano-Glas wie ein Gemälde

Das Bild zeigt jedoch kein Gemälde sondern das Innere eines Murano-Glases bei 6facher Vergrößerung.

       
Schöne Farben, glitzernde Partikel – das sind einige Merkmale der berühmten Glassorte. Sie gehört zu den exklusivsten Erzeugnissen des Kunsthandwerks. Das Murano-Glas kommt, wie sein Name schon zeigt, von der Insel Murano unweit von Venedig entfernt. Die Konzentration der Herstellung auf Murano ermöglichte die stetige Verfeinerung der Rezepturen und Techniken. Zur Herstellung von Glas verwendet man Quarzsand, Kalk, Soda, Pottasche, Feldspat und Tonerde. Dazu kommen farbgebende Metalloxide und auch Silber oder Gold. Sämtliche Inhaltsstoffe müssen präzise komponiert werden, um optimale Schmelzeigenschaften und die besondere Farbgebung zu erzielen. Seine faszinierende Geschichte und Herstellung machen Murano-Glas seit Jahrhunderten zur Legende.