Der Ostsee und der Korrosion ausgesetzt

 

Aufgenommen in Sopot/Polen

Messing ist hygienisch

In Zeiten von Corona-Pandemie sprechen wir viel über Hygiene-Maßnahmen. Dann sollen wir an Kupferwerkstoffe denken. Sie haben eine starke antimikrobielle Wirkung. So wirkt auch die dargestellte Klinke aus Messing, die das Risiko von Infektionen beim Anfassen signifikant reduziert. Einsatz antimikrobieller Materialien (sog. bottom-up Wirkung), zu denen auch korrosionsbeständige Stähle gehören, ist insbesondere in Krankenhäusern in Ergänzung zu stringenter Handhygiene von erheblicher Bedeutung.

Die Krankenhaushygiene ist eine große Herausforderung. Viele Fachleute meinen, dass klassische Hygienestrategien, wie verstärktes Händewaschen reichen gegen Infektionen nicht mehr alleine aus. Sie müssen durch weitere Strategien ergänzt werden. Kupfer (dazu Beitrag) und seine Werkstoffe wie Messing (dazu Beitrag), können hierbei eine wichtige Funktion haben. Diese Materialien sollen gleichlaufend mit Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen (sog. top-down Wirkung) genutzt werden.
Warum hat Kupfer diese hygienische Wirkung? Untersuchungen haben ergeben, dass Mikroben auf seiner Oberfläche nicht leben und sich vermehren können. Dafür sind Kupfer-Ionen verantwortlich, die bei Anwendung von Kupferwerkstoffen entstehen. Massive metallische Kupferflächen besitzen nicht nur eine dauerhafte antimikrobielle Wirksamkeit gegen eine Vielzahl von Bakterien sowie gegen Viren, sondern können auch Mikroorganismen mit hohem infektiösem Risikopotential effektiv abtöten. Deswegen wird der Einsatz griffkontaktintensiver Produkte wie Türbeschläge, Handläufe oder Lichtschalter aus Kupferwerkstoffen empfohlen, in der Annahme, dass die daraus freigesetzten Ionen deutlich keimreduzierend wirken.
Hygienische Eigenschaften eines Werkstoffs werden eigentlich ganz selten gefordert. Es ist jedoch interessant, dass auch solche gibt es. Neben den Kupferwerkstoffen zählen auch korrosionsbeständige Stähle (Edelstahl Rostfrei) wegen ihrer spezifischen Material- und Hygieneeigenschaften zu den Werkstoffen der Wahl bezüglich der Hygiene. Allerdings sind sie neutral und geben keine Ionen ab.
Gerade heute, wenn wir mit dem Corona-Virus zu kämpfen haben, gewinnt die Verwendung von Materialien die hygienische Wirkung haben deutlich an Bedeutung.<<

Zweimal Gips

In einer Alabasterschale liegt eine Wüstenrose. Beide sehen unterschiedlich aus und doch stellen sie zwei der Erscheinungsformen eines einzigen Minerals dar, des bekannten Gipses.

       
Alabaster ist eine kompakte, feinkörnige, meist durchscheinende Gipsart. Insbesondere im Kunsthandwerk wird Alabaster sehr geschätzt. Als Wüstenrose bezeichnet man rosettenförmige Aggregate gerundeter Gipskristallen. Sie bilden sich in Wüsten und schließen während des Wachstums Sandkörner ein. Wüstenrosen werden von Sammlern gesucht. Chemisch gesehen ist Gips wasserhaltiges Calciumsulfat und weit verbreitet. Als Referenzmineral definiert er die niedrige Härte 2 in der Härteskala nach Mohs. Schon seit vielen Jahrhunderten lässt sich Gips aus der Bauindustrie nicht mehr wegzudenken. Er findet auch andere Anwendungen beispielsweise als berühmtes Gipsbein bei Knochenbrüchen.

Speckstein leicht zu bearbeiten

Das abgebildete Untersetzer-Set stammt aus Brasilien und ist aus Speckstein angefertigt. Auch die berühmte Christusstaute in Rio de Janeiro ist aus diesem Gestein. 

                   Speckstein ist ganz dichter Talk und hat seinen Namen deshalb erhalten, weil er sich fettig oder speckig anfühlt. Er kommt natürlich vor. In vielen Lagerstätten treten begleitende Minerale wie z. B. Magnesit hinzu und haben so eine farbgebende und strukturprägende Wirkung. In diesem Fall spricht man von einem Gestein. Speckstein hat eine geringe Härte (Mohshärte = 1) und lässt sich mit dem Fingernagel ritzen. Wegen seiner leichten Bearbeitbarkeit war bereits im Alten Orient beliebter Naturstein, der überwiegend zu Skulpturen und verschiedenen Gegenständen verarbeitet wurde. Es ist auch heute so geblieben.