Messing - wie immer schön

Aufgenommen im Hotel Spinale in Madonna di Campiglio

Styropor - einst Kunstkork genannt

Vor ca. 70 Jahren begann die Geschichte von Styropor, einem heute gut bekannten und geschätzten Werkstoff, der als Wärmedämm- und Verpackungsmaterial gerne und erfolgreich verwendet wird. Wie oft hat bereits jeder von uns ein gekauftes Gerät aus einem solchen weißen Kasten, wie auf dem Foto, ausgepackt! Was ist denn eigentlich Styropor?

Styropor ist ein Schaumstoff, der zu 98% aus Luft und zu 2% aus Polystyrol besteht. Hierbei ist Polystyrol ein Polymer, das aus Styrol unter Zusatz von Pentan hergestellt wird. Damit gehört Styropor zur großen Familie der Kunststoffe. Die Struktur von Styropor besteht aus eingeschlossenen dünnwandigen Luftbläschen. Wir sprechen von einer Wabenstruktur. Deswegen ist Styropor sehr leicht, undurchsichtig und gibt erst bei einem stärkeren Druck nach. Es lässt sich gut und einfach verarbeiten. Zum Beispiel kann man es ganz leicht sägen. Darüber hinaus ist Styropor feuchtigkeitsunempfindlich und wieder verwendbar. Seine elektrische Leitfähigkeit und Wärmeleitfähigkeit sind sehr schlecht. Diese Kombination von Eigenschaften macht den Stoff zu einem perfekten Verpackungs- und Isoliermaterial.

Die Entdeckung von Styropor erfolgte 1949 bei der deutschen Firma BASF. Per Zufall, wie es so oft in der Technik ist. Der Name ist das für die BASF eingetragene Warenzeichen. 1952 wurde der neuartige Werkstoff patentiert und auf der Düsseldorfer Kunststoffmesse vorgestellt. Damals konnte man in der Zeitschrift „Chemiker-Zeitung“ folgendes lesen: ...“Die BASF hat unter der Bezeichnung „Styropor“ einen Kunststoff herausgebracht, der porig ist und wie Kork verarbeitet und verwendet werden kann. Das Styropor isoliert gegen Wärme, Schall und elektrischen Strom; es erscheint als vollwertiger Austauschstoff für Naturkork geeignet“...

          Abb. 1 Kleine Platte aus Styropor

Der Vergleich von Styropor mit dem Naturkork ist wegen der Wabenstruktur sehr zutreffend. Das beweisen nicht nur mikroskopische Aufnahmen, manchmal ist diese besondere Struktur sogar mit bloßem Auge erkennbar (Abb. 1). Und dass Styropor ein vollwertiger Austauschstoff für Naturkork war, hat sich vollkommen bestätigt. Dieser Werkstoff ist in seiner Geschichte gleichsam zum Synonym für energiesparendes Bauen und rationelles, sicheres Verpacken geworden.
Die Herstellung von Styropor ist nicht einfach und besteht aus mehreren Schritten, die in drei große Verfahrensvorgänge eingeteilt werden können: 1) Vorschäumen mit Wasserdampf, 2) Zwischenlagern, bei dem Luft eindiffundiert und 3) Ausschäumen in einer Form, wodurch die Wabenstruktur entsteht.
Den ersten Einsatz fand Styropor in Schweden bei Rettungsringen. Erst um ca. 1975 begann jedoch seine richtige und breite Nutzung. Die bekannteste Anwendung von Styropor ist als Verpackungsmaterial für Lebensmittel, Elektrogeräte und Füllmaterial in Paketen. Eine weniger bekannte und vielleicht sogar wichtigere Anwendung findet Styropor als Wärmedämmstoff beim Hausbau. Denn es ist eine günstige und zuverlässige Wärmedämmung. Ansonsten steckt Styropor in Kindersitzen, in Lenkrädern, in Rettungsringen, in Surfbrettern und anderen Produkten. Auch die Kunst kennt den Schaumstoff, weil er sich als vielseitiges Gestaltungsmittel gut nutzen lässt.
Baubranche und Verpackungswesen machen den größten Teil des Marktes für Styropor aus. Verpackungen aus Styropor sind deutlich leichter als stoßdämmende Verpackungen aus anderen Materialien. Sie benötigen bei der Herstellung auch deutlich weniger Energie. Zwar kann Pentan aus Styroporverpackungen ausgasen. Da Pentan aber schwerer als Luft ist, verursacht es keinen Treibhauseffekt. Bei der Entsorgung werden alte Styroporprodukte rückstandsfrei verbrannt. Sie können auch in Einzelperlen zerlegt werden und danach kann eine neue Formgebung erfolgen. Heute werden ca. 70% der Styroporprodukte aus dem recycelten Material angefertigt.
Inzwischen wird der sehr nützliche Kunststoff auch nicht mehr als Kunstkork bezeichnet.<<

Turmalin - nicht nur schön

Der Turmalin zeigt eine der schönsten und umfangreichsten Farbpaletten unter den Edelsteinen. Man nennt ihn oft auch Edelstein des Regenbogens. Auffallend sind seine nadeligen Kristalle.

     
Der Turmalin lässt sich hervorragend verarbeiten. Seine weitere besondere Eigenschaft ist die, dass die Kristallenden, die sich gegenüberliegen, eine entgegengesetzte elektrische Ladung zeigen, welche sich einerseits durch Druck und anderseits durch Temperaturänderung ergibt. Wir sprechen dann von Piezo- bzw. Pyroelektrizität. Piezoelektrische Anwendung findet der Turmalin heute nicht mehr. Seine pyroelektrischen Eigenschaften werden weiterhin genutzt. Die Meisterschale der Fußball-Bundesliga und der DFB-Pokal sind mit wunderschönen Turmalinen besetzt.

Geheimnis des schwarzen Tees

Seit fast 1500 Jahren trinken wir gerne schwarzen Tee. Trotzdem war seine chemische Zusammensetzung größtenteils ungeklärt.

     

Neben dem bekannten Inhaltsstoff Koffein waren lange nur rund ein Drittel aller in schwarzem Tee gelösten Substanzen chemisch charakterisiert, weil die analytischen Standardverfahren nur wenige gut zu deutende Signale erfassen konnten. Die nötige Messgenauigkeit konnte erst durch den Einsatz einer modernen ultrahochauflösenden Massenspektrometrie-Methode erreicht werden. Mit dieser Super Analytik wurden im Schnitt pro Probe rund 5000 verschiedene Verbindungen gefunden. Das sind zehnmal mehr als erwartet und bedeutet, dass schwarzer Tee ein sehr komplexes Lebensmittel ist.